Der ViP ist eine Anlaufstelle für straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende, aber auch Jugendliche und Heranwachsende die andere Hilfe benötigen, können sich an uns wenden.

Darüber hinaus bietet der ViP den Täter-Opfer-Ausgleich für Jugendliche / Heranwachsende und Erwachsene in seiner Fachstelle an.

Der ViP kooperiert mit den freien Trägern der Jugendhilfe, dem Kommunalen Sozialdienst (KSD), der Bewährungshilfe, den Jugendrichtern, der Staatsanwaltschaft und der Polizei.

 

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Verein sozial-integrativer Projekte e.V.
Wasserstraße 9 · 48147 Münster
Tel. 0251 / 46 468 oder 47 468
Fax: 0251 / 40 721
post@vip-muenster.de

 

TOA Münster - Täter Opfer Ausgleich

Die Fachstelle für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktregelung ist ein weiteres Arbeitsfeld des VIPs und wird – anders als die übrigen Angebote des VIPs – durch das Justizministerium NRW gefördert.

Die Fachstelle ist für den gesamten Landgerichtsbezirk Münster zuständig und führt Strafverfahren aus dem allgemeinen Strafrecht (Erwachsene) einer außergerichtlichen Klärung zu. Die Mitarbeiter der Fachstelle bilden ein fachbezogenes Team mit den Mitarbeitern des TOA-Jugendbereichs.

KURVE KRIEGEN

Die Initiative „Kurve kriegen“ ist ein Modellprojekt des Landes NRW zur Verhinderung folgenschwerer krimineller Biografien.

Aus einigen Kindern und Jugendlichen, die der Polizei schon früh durch Straftaten auffallen, werden Intensivtäterinnen und -täter, die ein hohes Gewaltpotenzial haben und sehr viele Straftaten begehen. In den vergangenen Jahren war einheitlich anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) festzustellen, dass ein relativ kleiner Anteil von ca. 5 % sogenannter Mehrfachtatverdächtiger im Kindes- und Jugendalter rund 30 % der Straftaten im Bereich der Eigentumsdelikte begeht. Im Bereich der Gewaltdelikte liegt der Anteil sogar bei über 50% der Straftaten. Gewalt- bzw. Kriminalitätsbereitschaft zeichnet sich oft schon in jungen Jahren ab.

Eine Besonderheit der Initiative ist die enge Kooperation von Pädagogik und Polizei. Mögliche Teilnehmer im Alter von 8 - 13 Jahren werden von der Polizei vorgeschlagen. Die betroffenen Familien erhalten das Angebot von einer qualifizierten Pädagogischen Fachkraft der Initiative „Kurve kriegen“ betreut zu werden. Die Mindestlaufzeit beträgt 1 Jahr. Nach jeweils 6 Monaten wird durch die begleitenden Pädagogischen Fachkräfte überprüft, ob die Unterstützung durch die Initiative weiter benötigt wird. Die maximale Laufzeit endet mit dem 16. Geburtstag.

Kernpunkte sind:

  • Frühzeitige Reaktion auf delinquentes Verhalten
  • Kontinuierliche Betreuung der Familien durch einen festen, pädagogisch geschulten Ansprechpartner
  • Vermittlung in kriminalpräventiv ausgerichtete Angebote
  • Intensive Vernetzung mit den Fachleuten vor Ort

Die ViP MitarbeiterInnen unterstützen die aufgenommenen Teilnehmer und deren Familien und vermitteln in Maßnahmen, Trainings und andere, passgenau zugeschnittene, (kriminal)präventive Angebote. Die Hilfe erfolgt ausschließlich freiwillig, ein Rücklauf von Sozialdaten an die Polizei erfolgt nicht. Die Dienst- und Fachaufsicht der Pädagogischen Fachkräfte verbleibt beim Träger. Vorrangig wird auf bestehende Angebote vor Ort zurückgegriffen. Bei Bedarf werden aber auch Maßnahmen zusammen mit Anbietern vor Ort entwickelt und umgesetzt. So können mit Hilfe von „Kurve kriegen“ Lücken in der Präventionskette geschlossen werden.

Ziele

Als kriminalpräventives Projekt ist die Verringerung von Straftaten sowie die Entwicklung einer Legal- und Lebensperspektive der Teilnehmenden unser oberstes Ziel. „Frühe Hilfe, statt später Härte!“ ist das Leitmotiv unseres Handelns.

Auf unsere Teilnehmer bezogen wollen wir:

  • Ein Abgleiten in eine kriminelle Karriere verhindern
  • Eine Steigerung von Handlungskompetenz und Selbstwert fördern
  • Die Verbesserung der individuellen Lebensperspektiven erreichen

Die konkreten Feinziele sind bei den einzelnen Familien individuell verschieden. Oft geht es um einen regelmäßigen Schulbesuch, eine sinnvolle Freizeitgestaltung, die Verbesserung sozialer Kompetenz, die Reduktion von Aggressivität und Gewaltbereitschaft, sowie die Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern.

Entstehungsgeschichte

Die Initiative „Kurve kriegen“ geht zurück auf die Enquetekommission des Landtages NRW, die von 2008 bis 2010 zum Thema Prävention von Jugendkriminalität gearbeitet hat. Der Abschlussbericht, der parteiübergreifend verabschiedet wurde, enthält 35 Handlungsempfehlungen. Mit der Initiative „Kurve kriegen“ wird der Empfehlung gefolgt, die Gruppe der Intensivtäter in den Blick zu nehmen und bereits frühzeitig in der Biografie gefährdete Kinder und Jugendliche mit geeigneten präventiven Maßnahmen zu versorgen. Hierbei spielen die Empfehlungen zur strukturellen Vernetzung der Hilfesysteme, fallbezogenen Koordination und klare Fallverantwortlichkeit eine zentrale Rolle. Die Initiative „Kurve kriegen“ ist beim Ministerium für Inneres und Kommunales (MIK) des Landes NRW angesiedelt.

Weitere Informationen

www.kurvekriegen.nrw.de